XXV

by mh on 12/01/2010

Zwei Jahre. Vorbei. Fast. So gut wie. Demnächst. Einfach vorbei. Man kann nichts dagegen tun. Es passiert eben. Man lernt jemand anderen kennen. Lernt jemanden kennen, den man nicht kennen lernen will, aber wenn man ihn kennt, umso mehr. Und dann passiert es. Alkohol spielt da bestimmt auch eine Rolle. Ziemlich sicher sogar. Passiert eben. Kann man nicht ändern. Muss man akzeptieren. Geht nicht anders. Muss, nicht will. Und dann muss es enden. Irgendwann danach. Muss, nicht will. Schlaflose Nächte. Gedanken. Wirre Gedanken. Keine wirren Gedanken. Klare Gedanken. Gedanken Gedanken. Und eine Woche später ist es dann aus.

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XXIV

by mh on 12/01/2010

Du treibst. Gleitest. Durch den Himmel. Der Wind trägt dich. Sturm. Aber ein leichter. Eine Brise Sturm. Die Augen geschlossen. Und sonst ist da nichts. Kein Geräusch. Außer dem des Windes. Du hast den Kopf ausgeschaltet. Denkst über nichts nach. Merkst nicht, dass du durch den Himmel treibst, merkst nicht, dass da keine Geräusche sind, außer die des Windes, weißt nicht, dass du die Augen geschlossen hast. Du bist einfach da. Und eigentlich auch nicht. Jedenfalls weißt du es nicht. Dass du da bist. Existierst. Und im Himmel, vom Wind getrieben, siehst du verschwindend klein aus. Bist du verschwindend klein.
Einfach treiben lassen, nicht daran denken, was war, was kommt.
Die Devise lautet: Jetzt.

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XXIII

by mh on 11/01/2010

Du läufst. Einfach so. Es dämmert. Und es ist kalt. Der Schnee unter deinen Füßen knirscht. Irgendwo im Hintergrund Stadtgeräusche. Autos, Bahnen, Hupen. Lichter. Irgendwo im Hintergrund. Und du. Alleine. Irgendwo im Hintergrund. Musik im Ohr. Egal welche. Es ist kalt. Winter eben. Kälte dringt von außen nach innen. Trotz Jacke. Trotz Stiefeln. Irgendwo im Hintergrund. Wärme dringt von innen nach Außen. Trotz Jacke. Trotz Stiefeln. Irgendwo im Vordergrund.
Dunkel. Einfach laufen. Knirschen. Laufen. Dunkel. Es wird immer kälter. Aber du läufst weiter. Warum? Warum nicht! Du drehst um. Richtung Lichter. Richtung Geräusche, Richtung Heim. Irgendwo im Vordergrund. Kommst heim. Es wird nicht wärmer.
Und du?
Irgendwo im Hintergrund.

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XXII

by mh on 11/01/2010

Du sitzt da. Flimmern. Leise Geräusche. Schreie. Blut spritzt hörbar. Aber eigentlich ist da nur ein Flimmern. Und eigentlich sind da nur undefinierbare Geräusche. Dunkel. Um dich herum. Bis auf das Flimmern eben. Direkt vor dir. Am Anfang war das kein Flimmern. Es waren klare Bilder. Klare Geräusche. Kein Delirium. Einfach klar. Und frisch. Aber das hat sich mit der Zeit geändert. Immer unwichtiger die Handlung, immer unklarer das alles da vor dir. Der Versuch, etwas Klarheit in die ganze Sache zu bringen. Gescheitert. Es wird immer unschärfer. Du siehst wie durch ein verschmutztes Fenster. Eine dreckige Brille. Als wärst du unter Wasser. Augen auf und durch. Töne immer leiser. Bilder immer schwächer. Es wird dunkel. Um dich herum. In dir drin.

Ein Abend vor dem Fernseher oder: Leben.

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